Hallo zusammen,

ich bin Falk. Ich interessiere mich vor Allem für einen nachhaltigen Lebensstil und beschäftige mich damit, wie ein gesellschaftliches Umdenken stattfinden kann.

Ich bin der Überzeugung, dass wir nur in einer anders funktionierenden Gesellschaft Chancen haben, die globalen Probleme, die sich uns stellen, zu lösen. Ich arbeite dabei auf ein neues Wertesystem hin, wieder mehr hin zu mehr Vertrauen und weg von der individualistischen Welt des Kapitalismus.

Als ich nach einem Auslandsjahr aus Mexiko zurückkam, war ich ziemlich ratlos, wie es für mich weitergehen sollte. Ich brauchte viel Zeit, um mich wieder an Deutschland und die Gesellschaft zu gewöhnen. Alles war schneller und mit mehr Druck verbunden. Mir fiel zum Beispiel auf, dass viele Menschen sich über Kleinigkeiten beschwerten.

Obwohl es das natürlich auch in Mexiko gibt, war dort Vieles meiner Wahrnehmung nach entspannter. Gerade dort habe ich es gelernt, was es heißt, selbstlos zu teilen. Manchmal haben mich Familien im Zuge meiner Arbeit zum Frühstück eingeladen, obwohl sie mich kaum kannten. Sie waren immer bereit das Wenige, was sie besaßen, zu teilen.

Natürlich habe ich in Mexiko viele Antworten auf meine Fragen gefunden, aber es sind noch viel mehr Fragen aufgetaucht. Wie will ich leben? Was sind die Werte, die mir wirklich wichtig sind? Möchte ich Teil des kapitalistischen Systems sein? Was könnten Alternativen sein? Was brauche ich, um glücklich sein?

Nach ein paar Monaten des Wiedereinlebens und Ankommens, begann ich ein Praktikum im Permakulturpark am Lebensgarten Steyerberg (kurz: PaLS). Bereits in Mexiko hatte ich zeitweise im nachhaltigen Anbau von Bio-Gemüse gearbeitet und in einer kleinen Kommune gelebt. Das waren Elemente, die mir sehr gefallen hatten, sodass ich große Lust hatte, das auch mal auf deutschem Boden zu probieren.

Mein Praktikum und vor Allem das Leben im Lebensgarten stießen bei mir viele Gedankenprozesse an. Einen gesellschaftskritischen Ansatz trage ich schon sehr lange in mir. Dort kam ich das erste Mal an einen Ort, an dem ich das Gefühl hatte, dass es nicht nur bei Kritik blieb, sondern sich daraus stattdessen echte Alternativen entwickelten.

Anfangs war ich überrascht, wie viele Projekte es in den verschiedensten Richtungen gab, von denen ich noch nie etwas gehört hatte.

Ich war fasziniert und begann mich viel mit Themen zu beschäftigen, die mich interessierten. Diese können sehr vielfältig sein. Tauschlogikfreiheit, Trampen, Freie Liebe, um nur einige zu nennen.

Dazu kommt auch meine spirituelle Seite, die ich gerade nach und nach entdecke.

Für mich ist es sehr wichtig, dass ich mittlerweile mehr Themen habe, als nur die Permakultur und die damit verbundene Nachhaltigkeit. Häufig komme ich bei diesen Themen in Sinnkrisen, wenn ich etwas zu den Zukunftsprognosen lese, sodass es mir gut tut, auch andere Themen zu haben.

Während meines Praktikums hörte ich auch von der ReiseUni, sodass ich Anfang Januar 2020 nach Hamburg reiste, um mich genauer zu informieren und die Gruppe kennenzulernen. Ich hatte sowieso vorgehabt, herumzureisen und mir verschiedenen Orte anzugucken. Da ergab es sich sehr gut, dass ich auf die ReiseUni stieß.

Seitdem bin ich in Deutschland unterwegs. Mal alleine, mal mit Freuden, die ich schon länger kenne, mal mit Leuten von der ReiseUni, die ich gerade erst kennenlerne – bis der Coronavirus mich erst mal stoppte.

Ich bin viel auf der Suche nach Mustern, die von der Gesellschaft vertreten werden, aber von kaum jemanden hinterfragt werden. Dinge, die einfach so hingenommen werden. Ich glaube, dass es da viel zu entdecken gibt.

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Mein bislang namenloser Studiengang beschäftigt sich vor allem mit alternativen Lebensformen und Nachhaltigkeit.

Zwar möchte ich mein Wissen über Permakultur ausweiten und diese gerade nochmal außerhalb der Landwirtschaft mehr erleben, doch geht es mir auch viel darum, andere Aspekte zu vertiefen, die ich noch nicht so gut kenne.

Deswegen möchte ich meine Zukunftsvision kreieren. Wie wollen wir Menschen zukünftig zusammenleben?

Dabei möchte ich mir verstärkt Kommunen und Ökodörfer angucken. Auch innerhalb dieser gibt es Unterschiede, zum Beispiel bei der Anzahl der Mitglieder und der Altersstruktur.

Zur Lebensweise zähle ich auch die Möglichkeiten, nicht in Häusern zu leben. Dies könnte zum Beispiel in Form von Tiny Homes oder Jurten umgesetzt werden. Gerade bei Jurten käme mit Naturverbundenheit ein weiterer Aspekt hinzu, den ich sehr schätze.

Bei alternativen Lebensformen geht es mir auch immer wieder um die Werte, die ich für wichtig halte und stärker in mein Leben und das Leben der Zukunft integrieren möchte. Die Welt erscheint mir häufig wie ein kalter Ort, der wenig Freidenkertum erlaubt und nicht wirklich tolerant ist. Ich möchte daran mitwirken, das zu verändern.

Geld wird ein großes Thema sein. Wie viel brauche ich? Wie will ich daran kommen? Inwiefern kann und möchte ich geldfrei leben?

Ich beschäftige mich auch immer wieder mit der Frage nach dem System. Ich denke, dass meine Sozialkritik bisher durchaus durchgeklungen ist. Dennoch habe auch ich Angst, dass mich das System irgendwann einholt und ich nur mit Abitur nicht die besten Chancen auf einen normalen Job habe und ein gesichertes Einkommen habe.

Sollte ich vielleicht doch etwas „Normales“ studieren? Inwiefern könnte ich das vor mir und meiner Einstellung rechtfertigen? Inwiefern könnte ich dies mit Aktivismus und alternativen Lebensweisen kombinieren?

Allgemein bin ich häufig in der Situation meinen Weg rechtfertigen zu müssen, da er, so wie ich es bisher erlebt habe, von Teilen der Gesellschaft nicht wirklich anerkannt oder gutgeheißen wird.

Viele Fragen, viele Themen, bisher nicht so viel Klarheit. Viel Motivation, Lust zu reisen und zu lernen. Das ist meine Grundlage bisher.

Ich freue mich auf das, was kommt.

Ich bin immer offen für Fragen, Ideen oder Anregungen. Sei es zu meiner Person, meinen Texten oder vielleicht auch Orten oder Projekten, die ihr kennt und interessant findet.

Genießt, was auch immer ihr tut, vergesst dabei nicht zu reflektieren, und auf eine gute Zeit,

Falk