„Wer bin ich- und wenn ja wieviele?“

„Aussteigen“, „alternativ leben“, „die eigene Individualität finden“ ist nicht immer einfach. Es erfordert viel Mut, zu sich und seinen eigenen Idealen zu stehen. Egal wo man sich gerade geographisch befindet – sei es in Portugal, Kanada, Südamerika, Bayern oder Berlin. Egal ob man gerade von den Mitgliedern der eigenen „Ursprungsfamilie“ umgeben ist oder in einem „Ashram“ lebt.

„Ich erfülle mir meine Träume, klaro!“ – einmal gewusst wie, wird es immer leichter die Freiheit zu leben! Aber was ist Freiheit und was bedeutet sie für mich?

Freiheit ist unter anderem, mir das System aussuchen zu können, in dem ich leben möchte und lernen darf. Mit Menschen, die ich liebe, die mir mit Respekt und Freude begegnen, mit denen ich Spaß haben und vor denen ich auch schreien und weinen kann, wenn mir danach zu Mute ist – mit solchen Menschen Leben zu erfahren, ist MEINE FREIHEIT.

Nun ja: Hallo erstmal, Namasté oder einfach nur Servus, ich bin J, Jeanette!

Auf dem Weg zum Selbstverständnis bin ich, derzeitige Wagenplatzbewohnerin aus Franken, auf die ReiseUni gekommen. Das Sich-Selbst- Kennenlernen und Näher-Kommen beschäftigte mich schon immer sehr. Durch das improvisierte Reisen der letzten Jahre hatte ich diesbezüglich schon einiges gelernt. Nun möchte ich durch eine neue Struktur an noch tiefer liegende, in mir schlummernde Anteile herantreten und dabei neue handfeste Fertigkeiten erlernen.

Mit der ReiseUni habe ich Menschen gefunden, die mich dabei unterstützen, meine Potentiale liebevoll zu erkennen und daraus ganz neue, meine Individualität repräsentierende Forschungsfelder zu kreieren. Auch bekomme und bekam ich „Handwerkzeug“ rund um Selbstorganisation und finde Ansprechpartner, die mich reflektieren und unterstützen.

Meinem dabei entwickelten Studiengang habe ich den Namen „Kreative Bodenhaftung“ gegeben:

In mir lebt ein kleiner Rebell, dem ich eine unglaubliche Energie zu verdanken habe. Hinter diesem Rebell zeigt sich aber auch eine sensible Seite meiner selbst.

Durch die Energie finde ich den Mut und die Durchsetzungskraft, vorhandene Konzepte immer wieder zu überdenken und umzustrukturieren.

Dreams

Meine „lebhafte Krachmacherin“, die ja eigentlich sehr zahm und liebevoll sein kann, bricht gerne Regeln und überschreitet Grenzen und Vorschriften! Ihr ist es außerdem wichtig, die Anliegen, die meist mehrere Menschen mit noch wenig Handlungsbefugnis betreffen, für sie und mit ihnen nach Außen zu tragen. Hier darf es auch gerne laut werden! Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt… In ihr lebt die Grenzenlosigkeit und Freiheit, die Liebe und das Mitgefühl.

Um meine Kreativität zu nähren, tausche ich mich mit vielen verschiedenen Menschen aus, gerne auch international. Ich liebe z.B. die spanische Sprache und das verständnisvolle Temperament, welches ich mit ihr und mir verbinde.

Meine kreative Seite mag auch Musik! Vor allem die Gitarre gefällt ihr.

Mit dem Wagenplatz habe ich mir nun einen Ort ausgesucht, der mich an all diese Aspekte meiner Kreativität erinnert. Das Feuer, die Musik und das Beisammensein sind ein fester Bestandteil meines Lebens geworden. Er gibt mir schon einen Teil der Bodenhaftung, die ich in diesem Sommer studieren will. Neben dem zu- Hause- fühlen und ruhiger werden, möchte ich aber auch noch einige andere Fertigkeiten in dieser Richtung entwickeln.

Für die tiefere Erforschung all dieser eben beschriebenen Aspekte beinhaltet mein Studiengang drei Module:

„BEE-ing“, Gesellschaft und Kunst:

Das erste Modul zeigt, wie wichtig es mir weiterhin ist, mich in meiner Energie zu erfahren sie in allen Facetten zu reflektieren. Dazu gehören für mich Selbstvertrauen und Körpergefühl. Ich tanze gerne, spüre meinen Körper und bin interessiert an dem Thema (weibliche) Sexualität. Diese Bereiche sind sehr umfassend für mich, da sie so viel mit Emotionen und Introspektion zu tun. Außerdem gilt für mich: Je besser ich mich selbst verstehe und auf mich eingehen kann, desto besser kann ich auch meine Mitmenschen annehmen und lieben lernen. Das Modul der Selbsterfahrung und des impulsiven Menschseins nenne ich „BEE-ing“.

Einmal beinhaltet diese Wortschöpfung den englischen Begriff  „bee“, in abgekürzterer Form aber auch in Übersetzung das „SEIN“ (be): Die Biene schwirrt herum, bestäubt, befruchtet, vermehrt Lebensenergie. Dazu benötigt sie eine stabile Existenz, das SEIN. Beides ist für mein Leben unabdinglich.

Jeanette

Das zweite Modul „Gesellschaft“ besteht weitestgehend aus den Themenfeldern Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit. Wie kann ich am besten die mir wichtigen Erkenntnisse dokumentieren und ausdrücken? Was bewegt die Menschen in meinem näheren und weiteren Umfeld und wie kann ich ihre Belange ernst nehmen und damit auch in der größeren Politik mitwirken? Ich möchte mein Verständnis an andere Menschen weitergeben, mich verknüpfen und austauschen. Journalistische Fertigkeiten und Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit geben mir eine Möglichkeit, in meine impulsive Kreativität Ordnung, Gesellschaftsbezug und Bodenhaftung herein zu bringen.

Mein drittes Modul – die Kunst – (insbesondere die Musik und Poesie) bekommt durch seine exponierte Stellung eine besondere Aufmerksamkeit. Sie ist unter anderem ein Verbindungsglied zwischen meinen anderen Modulen und sollte deshalb nicht zum bloßen Nebenschauplatz werden. Durch die Kunst können Anliegen und Missstände der Gesellschaft zum Ausdruck gebracht werden! Selbsterfahrung, Körpergefühl und Mut, über Grenzen zu gehen, sind dabei die Energien und Inspirationen, die mir helfen werden, mich auszudrücken.

„Im SEIN werden und im WERDEN sein“ – das ist das Motto meines diesjährigen Sommersemesters!

Nach der langen Zeit des Rumtingelns und des Suchens nach einer Struktur, in der ich meinen Drang nach Freiheit und Individualität ausleben und weiter ausbauen darf, tut es mir sehr gut, eine Gruppe von Menschen gefunden zu haben, mit der ich mich identifizieren kann.

In diesem Sinne, viel Spaß, Mut und Schöpfergeist für das kommende Jahr 2018!

Eure J!

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