(von Jeanette)

Könnern, das ist eine Kleinstadt in der Nähe von Halle an der Saale – ruhig, verschlafen, familienfreundlich. Nur ein paar alte Fabrikbauten erinnern an Verfall und versprühen einen Hauch von Abenteuerlust und Freiheitsgefühl.

Und doch, hinter den Mauern einer der Villen der Siedlungen, rattern die Gehirne, sprühen Funken der Kreativität, inspirieren sich Menschen verschiedenster Orte Deutschlands und unterstützen sich gemeinsam einem Ziel näher zu kommen: Die Welt im Selbststudium verbessern! Oder fangen wir etwas bescheidener an: Bei uns selbst.

Die folgende Beschreibung ist der Eindruck eines Neulings bezüglich des ersten Vorbereitungstreffens der ReiseUni:

Nun ja, eine Reisende bin ich ja schon lange und studiert habe ich mich und meine Umgebung sicherlich auch schon, aber nun möchte ich einen Schritt weiter gehen, mich mehr fokussieren und strukturieren.

Und: die Welt verbessern, wer will das denn nicht? Viele Menschen sind schon dabei, sich umstrukturieren und umzudenken. Zumindest ist das meine bisherige Erfahrung, die ich vor allem im letzten Jahr auf einer einjährigen Tour durch die Welt gemacht habe.

Ich habe in dieser Zeit einige Menschen in Frankreich, Spanien, Portugal und Südamerika besucht, die für ein nachhaltiges menschenwürdiges Leben plädieren; dabei oft scheitern, oft aber auch erfolgreich und zufrieden sind, in dem was sie tun. Sei es in der Gemeinschaft oder als Einzelkämpfer, jeder dieser Menschen entschied sich für ein „bewussteres“ und vor allem selbstständigeres Leben als das, was sie bereits zuvor erfahren hatten.

Ohne besondere Erwartungen, aber mit viel Neugier bin ich nach Könnern gekommen und habe letztendlich das gefunden, nach dem ich schon seit langem suche:

Ein Bildungskonzept mit Hand und Fuß, welches unabhängig von Dogmen ist und von Menschen mit klaren Idealen entwickelt wurde.

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Jeder kann sich dabei frei entfalten, seinen eigenen Weg mit viel konkreter Unterstützung des ReiseUni-Teams ausbauen und dabei gleichzeitig die Parallelen zu den anderen erkennen. Beim gemeinsamen Träumen haben wir unsere Sehnsüchte und Wünsche ergründet, die wir diesen Sommer (und darüber hinaus) in die Realität umsetzen wollen.

  • Wie kann ich meine Interessen, die das Gemeinwohl miteinschließen, verwirklichen?

  • Gibt es Menschen, die genauso denken oder fühlen wie ich und mit denen ich mich vernetzen kann?

  • Wie setze ich meine Gedanken und Ideen in die Realität um und was kann ich tun, wenn ich merke, dass ich mich gerade auf dem so genannten Holzweg befinde?

Das waren einige von vielen Fragen, die uns auf dem Treffen beschäftigten. Dadurch ergaben sich immer mehr konkrete Ideen und Anregungen zu unseren jeweiligen Studiengängen, die wir individuell betiteln konnten.

Viele Inhalte einzelner Studiengänge können verknüpft werden. So beinhaltet zum Beispiel das Projekt eines selbstgebauten Lehmhauses eines Studenten mit dem Schwerpunkt „Ökologisches Bauen“ neben den handwerklichen Fertigkeiten auch den Aufbau einer „Crowd-Funding“- Kampagne, die Aufmerksamkeit schafft und zur Finanzierung beiträgt. Oder die Kenntnisse eines Studenten, der weiß wie man pflanzliche Farben selbst herstellt, die wiederum von einem anderer künstlerisch orientierten Studenten zum Bemalen des Lehmhauses verwenden kann. So kann ein Studiengang (Ökologisches Bauen) mehrere Module abdecken und mit anderen Studenten und ihren Modulen verknüpft werden.

Auf dem Orientierungswochenende in Könnern habe ich sechs weitere Menschen kennengelernt, die bereits derart studieren bzw. zukünftig interessiert daran sind. Insgesamt werden wir diesen Sommer wohl 10 Leute sein.

Nun kann man sich die Fragen stellen, was das alles mit Reisen zu tun hat?

Am effektivsten lerne ich durch Erfahrung, das ist zumindest meine Erkenntnis.

Ich erfahre, indem ich tue, indem ich mich (und vielleicht auch andere Menschen) bewege; innerlich wie äußerlich – äußerlich wie innerlich.

Um einen Studiengang erfolgreich zu durchlaufen und ins Leben zu integrieren bedarf es also Kenntnisse, die durch Erlebnisse und eigenes Tun dauerhaft verinnerlicht wurden.

Dieses allumfassende Wissen kann durch weltweite Besuche oder Aufenthalte bei bereits bestehenden Gemeinschaften, Konferenzen, Experten und Projekte, die als Lernorte, Ratgeber und Unterstützer fungieren können, erworben werden. Verschiedene, bereits bestehende Arten der Fortbewegung können ausprobiert und weiter angewandt werden. Das Trampen zum Beispiel kann viele Inhalte eines Studienganges bereits vereinen: Zwischenmenschliche Kommunikation, Erfahrungsaustausch, Feldstudie und Selbsterkenntnis.

Essen kollektiv retten und verteilen, leben im Auto oder Zelt, couchsurfen- all dies sind Begrifflichkeiten, die ich unabhängig von der Uni in meinem Leben bereits integriert habe. Ich lebe bereits einen Großteil auf eine „alternative“ Art und will sie intensivieren.

Die Uni hebt diese Gemeinsamkeiten hervor und bietet eine Plattform, professioneller aufzutreten, Informationen auszutauschen und damit den Werdegang des Einzelnen zu erleichtern.

Der konkrete Weg von der Vision zur Verwirklichung wird bei der ReiseUni durch Vernetzung, Mentoring und gemeinsame Ideale, also durch Verständnis und Rückhalt, ersichtlich und begehbar.

Die Funken der Kreativität lassen ein Feuer entstehen, das dem Ziel des friedlichen und schöpferischen Miteinander schon einen Fußstapfen näher rückt.

Wie heißt es so schön:
„Auf den Dächern, die die Welt bedeuten.
Dort können Träume anfangen, dort lässt es sich gerne träumen.“

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Wir befanden uns bereits dort oben, auf diesen Dächern.
Aber ich möchte es ein wenig konkreter ausdrücken: „Auf dem Dach einer verlassenen Malzfabrik in Könnern dort könnte für mich eine neue Geschichte beginnen, die Geschichte mit der ReiseUni.“

Träumen – Planen – Umsetzen – Feiern

  • Die ReiseUni.

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